Und warum?

Und warum?

Als Betroffene und Mütter von betroffenen Kindern, leben wir

- gleich (Peer) wie alle anderen Betroffenen in diesem Land -

jeden Tag  inmitten einer Gesellschaft, die sich über vieles Gedanken macht. Viel wird diskutiert - über alles Mögliche. Wirtschaft, EU-Aussengrenzen, Dieselfahrzeuge, leistbares Wohnen, Skandale, Skandale, Skandale. Rauf und runter. Es wird gestritten, gespaltet, gewählt, wieder neu gewählt, versöhnt... Und dann fängt alles wieder von vorne an... Ja viel wird geredet und diskutiert... 

Aber ein Thema, weder gesellschaftlich, noch politisch, noch familiär, noch einfach so im Bekannten und Verwandtenkreis... ein Thema, das scheint, als wäre es gar nicht existent... Ein Thema, das soll es nicht geben...

Ein betroffener Mensch ist jedoch 365 Tage im Jahr angetriggert. Jahr für Jahr. Jahrzehnte lang… ein Leben lang... Im Leben einesR Betroffenen sind alle Ebenen von den Auswirkungen der Traumata betroffen, die durch sexualisierte Gewalt erwirkt wurden. Nicht nur die juristische oder die pathologische/medizinische Ebene.

Als betroffener Mensch muss man jeden Tag Lösungen für die Auswirkungen der sexualisierten Gewalt finden. Bei betroffenen Kindern sind es die Eltern, die diese Aufgabe übernehmen müssen. Es ist auf Dauer nicht möglich - ja gar gesundheitsgefährdend, "einfach so traumatisiert zu bleiben". 

Darum haben wir vor mehr als 13 Jahren die Selbsthilfegruppe für Betroffene gegründet. Darum haben wir vor mehr als 1 Jahrzehnt die Organisation gegründet. Darum sind wir.

In der Selbsthilfe gibt es keinen Plan A.

In der Selbsthilfe gibt es nur den Weg, den jeder für sich selbst wählt. 

Denn Selbsthilfe erzählt die Geschichte eines Landes,

in dem jedeR einzelne Betroffene lebt.

Und jedeR Einzelne, sind viele!